Wissen kompakt: Männlichkeitskonstruktionen und Reproduktion von Geschlechterstereotypen im digitalen Raum – Herausforderungen für die Prävention von (sexualisierter) Gewalt


  • Datum:
    14.05.2024
  • Uhrzeit:
    10:00 – 12:00 Uhr
  • Ort:
    Online
  • Kosten:
    30,00 €
  • Anmeldeschluss:
    30. April 2024 10:00

In Gaming-Communities oder auf Online-Plattformen sind Influencer*innen für junge Menschen omnipräsent. Sie dienen als Identifikationsfiguren, Projektionsflächen und / oder zur Unterhaltung – doch ihre Botschaften sind nicht immer unproblematisch.

Wir schauen in dieser Veranstaltung auf so genannte „Männlichkeitsinfluencer“ auf TikTok, Instagram und Co., die populär sind und enorme Reichweiten haben. Mit ihren Inhalten erreichen sie die konsumierenden Jungen* in einer Entwicklungsphase, die von Ambivalenzen und Unsicherheiten geprägt ist: Viele dieser Influencer versprechen den scheinbar einfachen Weg zu mehr Stärke, Macht und finanziellem Reichtum. Jungen* finden oft problematische Männlichkeitsmuster vor und sind alltäglich mit stereotypen und teils widersprüchlichen Männlichkeitsanforderungen konfrontiert. Nicht nur digital sehen sie auch häufig Abwertungen aller, die diesem Männlichkeitsideal nicht entsprechen – Frauen- und Queerfeindlichkeit inbegriffen.

In der Veranstaltung geht es unter anderem um die Frage, wie pädagogische Fachkräfte insbesondere Jungen* für sexistische und misogyne Botschaften sensibilisieren können, die unter dem Einfluss der aktuell im Trend liegenden toxischen Männlichkeiten stehen. Wie können Fachkräfte Jungen* bei ihrer Suche nach Leitbildern für die eigene Identität gut begleiten? Wie können wir Fachkräfte ermutigen, Social Media-Kanäle für die pädagogische Praxis zu nutzen, die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt sichtbar machen?  Und wie kann dabei eine Wertschätzung geschlechtlicher Vielfalt unterstützt sowie auf das Ziel eines grenzachtenden Miteinanders hingearbeitet werden – auch im digitalen Raum?

Zusätzlich soll es um Jungen* gehen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind: Wie können sie gestärkt werden vor dem Hintergrund, dass es für sie aufgrund gesellschaftlich fest verankerter stereotyper Rollenbilder sehr schwer ist, sich Hilfe zu holen?

 

Themenschwerpunkte
  • toxische Männlichkeiten und Stereotype
  • Sensibilisierung von Jungen*
  • Prävention im digitalen Raum
  • geschlechtliche und sexuelle Vielfalt
Referent
Prof. Dr. Michael Tunç, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Prof. Dr. Michael Tunç ist seit Herbst 2023 Professor für Theorien und Methoden der geschlechterreflektierten Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Er arbeitet im Themenfeld Männlichkeiten/Väterlichkeiten, v.a. zu Migration und Rassismuskritik, und hat darin auch seine Dissertation verfasst (s.u.). Seit Februar 2021 ist er als stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer & Väter e.V. (https://bundesforum-maenner.de) aktiv für politische Lobbyarbeit für Männer im Rahmen größerer Geschlechterdemokratie. Neben seinen Erfahrungen in der Jungenarbeit verfügt er über Erfahrungen als Trainer zum Thema „Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz“.

Tunç, Michael (2018): Väterforschung und Väterarbeit in der Migrationsgesellschaft. Rassismuskritische und intersektionale Perspektiven. Zugl.: Dissertation, Uni Wuppertal 2016. Wiesbaden: Springer VS.
Zielgruppe
Pädagogische Fach- und Leitungskräfte
Termin/Zeit
Dienstag, 14.05.2024, 10:00-12:00 Uhr
Kosten
30,00 €

 
Technische Voraussetzung
Das Online-Seminar wird über ZOOM angeboten. Für die Teilnehmenden ist folgende Technik nötig:
  • PC/Laptop/Tablet/Smartphone mit Internetzugang und Tonausgabe
  • aktuelle Browser-Version bzw. die Installation von ZOOM
Vor den Online-Seminaren wird ein Zugangslink per Mail an die Teilnehmenden gesendet.
 
Fragen
Organisatorische Fragen bitte direkt an inass.bada@psg.nrw.

Inhaltliche Fragen an Silke.Knabenschuh@psg.nrw.