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	<title>Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt</title>
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	<title>Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt</title>
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		<title>Netikette</title>
		<link>https://psg.nrw/netikette/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antje Lehbrink]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Jan 2026 12:49:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kann Präventionsarbeit in der Praxis aussehen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Netikette</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Unser Instagram-Kanal ist ein Ort für Menschen, die sich für Kinderrechte, Kinderschutz und das Wohl von Kindern und Jugendlichen interessieren.</p>
<p>Wir wünschen uns hier einen respektvollen und konstruktiven Umgang miteinander.</p>
<p>Darum gibt es ein paar Regeln, die zu einem sicheren Ort für einen guten Austausch gehören.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Wir erwarten
<ul>
<li>Höflichkeit</li>
<li>Respekt</li>
<li>gegenseitige Rücksichtnahme</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Wir dulden keine/n
<ul>
<li>Hass und Beleidigungen</li>
<li>diskriminierenden, rassistischen, menschenverachtenden, sexistischen oder extremistischen Kommentare</li>
<li>falschen oder irreführenden Informationen</li>
<li>rechtswidrigen Inhalte</li>
<li>kommerziellen Beiträge und Spam</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Posts/Inhalte, die gegen die hier formulierten Grundsätze verstoßen, werden umgehend entfernt.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"></div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Ausgebucht: Wissen schützt</title>
		<link>https://psg.nrw/wissen-schuetzt-save-the-date/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antje Lehbrink]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 07:29:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Weil Wissen schützt]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 20.11. findet wieder die gemeinsame Online-Veranstaltung der Regionalstellen der PsG.nrw, "Wissen schützt", statt. Dieses Mal geht es um das Thema "Sexualisierte Übergriffe durch Kinder und Jugendliche".]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Save the date: Wissen schützt (20.11.)</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<ul>
<li>Datum: 20.11.2025</li>
<li>Zeit: 9:00 bis 12 Uhr</li>
<li>Ort: online</li>
<li>Kosten: keine</li>
</ul>
<p>Am 20.11. findet wieder die gemeinsame Online-Veranstaltung der Regionalstellen der PsG.nrw, &#8222;Wissen schützt&#8220;, statt. Dieses Mal geht es um das Thema &#8222;Sexualisierte Übergriffe durch Kinder und Jugendliche&#8220;.</p>
<p>Sobald die Möglichkeit zur Anmeldung besteht, erfahren Sie es hier oder über die Kanäle von Regionalstellen und Landesfachstelle.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Einleitung: Sexualisierte Übergriffe durch Kinder und Jugendliche</title>
		<link>https://psg.nrw/uebergriffe_einleitung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antje Lehbrink]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Aug 2025 13:30:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weil Wissen schützt]]></category>
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					<description><![CDATA[Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt werden nicht nur durch Erwachsene an Kindern und Jugendlichen verübt, sondern auch durch andere Kinder und Jugendliche. Sie stellen grundsätzlich einen pädagogischen Handlungsanlass dar, dem Fachkräfte und/oder Eltern zeitnah und zielgerichtet begegnen sollten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Einleitung: Sexualisierte Übergriffe durch Kinder und Jugendliche</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt werden nicht nur durch Erwachsene an Kindern und Jugendlichen verübt, sondern auch durch andere Kinder und Jugendliche. Diese Konstellationen sind in den letzten Jahren insbesondere in Verbindung mit den Kontexten Schule und (soziale) Medien verstärkt in den Fokus von wissenschaftlicher und pädagogischer Praxis gerückt. Sie sind jedoch überall dort ein potenzielles Thema, wo Kinder und Jugendliche einander analog oder digital begegnen. Gerade im digitalen Raum ist es dabei nicht zwangsläufig der Fall, dass Kinder und Jugendliche in sozialen Beziehungen zueinander stehen.</p>
<p><a href="https://psg.nrw/uebergriffe-digital/" target="_blank" rel="noopener">Mehr zu Übergriffen im digitalen Raum finden Sie im entsprechenden Abschnitt.</a></p>
<p>Anlehnend an die Definition von sexualisierter Gewalt an Kindern durch Erwachsene von Deegener (2010) können sexualisierte Übergriffe durch Kinder als solche beschrieben werden, wenn das übergriffige Kind Handlungen erzwingt bzw. das betroffene Kind unfreiwillig in die Handlungen involviert wird oder diesen aufgrund von körperlicher, seelischer, geistiger oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Zwischen dem übergriffigen und dem betroffenen Kind gibt es ein Machtgefälle, welches missbraucht wird. Dabei können Versprechungen sowie das Ausüben von verbaler, emotionaler und körperlicher Gewalt zum Tragen kommen.</p>
<p><a href="https://psg.nrw/uebergriffe-erkennen/" target="_blank" rel="noopener">Mehr zur Einordnung von Vorfällen im Abschnitt „Woran erkenne ich sexualisierte Grenzüberschreitungen?“.</a></p>
<h4></h4>
<h4><strong>Begrifflichkeiten </strong></h4>
<p>Grundsätzlich hat sich in Fachkreisen im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen außerhalb des strafrechtlichen Kontextes die Rede von „grenzüberschreitenden/übergriffigen“ und „betroffenen“ Kindern bzw. Jugendlichen etabliert. Diese beugt durch den Verzicht auf die Label „Täter*in“ und „Opfer“ damit verbundenen Stigmatisierungen und Nicht-Beachtung von weiterhin vorhandenen Ressourcen vor. Gleichzeitig schafft sie Raum dafür, auch grenzüberschreitende bzw. gewaltausübende Kinder bzw. Jugendliche trotz Anerkennung der Folgen für Betroffene als hilfebedürftig zu begreifen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass – entgegen des verbreiteten Glaubens – die Ausübung sexualisierter Gewalt nicht zwangsläufig auf eigene Gewalterfahrungen hindeutet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Häufigkeit</strong></h4>
<p>Das Deutsche Jugendinstitut e.V. (DJI) hat zwischen 2010 und 2011 im Auftrag des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) eine Studie in ausgewählten pädagogischen Organisationen durchgeführt, in der u.a. auch das Vorkommen von Übergriffen durch Kinder erfragt wurde: „Das Ausmaß, in dem die befragten Institutionen mit sexueller Gewalt von Kindern bzw. Jugendlichen an anderen Kindern und Jugendlichen konfrontiert waren, übersteigt den Verdacht auf Missbrauch durch Personal bei weitem. Jede sechste Schule, jedes vierte Internat und mehr als jedes dritte Heim hatte in den letzten drei Jahren mindestens einen solchen Verdachtsfall“ (Helming et al., 2011, S. 74). Die Polizeiliche Kriminalstatistik von 2024 verzeichnet bundesweit 1.498 Tatverdächtige unter 14 Jahren beim Straftatbestand sexueller Missbrauch an Kindern (§ 176-176e StGB), 2.431 tatverdächtige Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren und 852 junge Erwachsene zwischen 18 und 20 Jahren, wobei der Großteil der Tatverdächtigen männlich war (PKS, 2025).</p>
<p>In der 2016 an allgemeinbildenden Schulen in Hessen durchgeführten „SPEAK!“-Studie wurden 2.719 Schüler*innen zwischen 14 und 16 Jahren nach sexualisierten Gewalterfahrungen durch Gleichaltrige befragt. Über die Hälfte (48 %) der befragten Schüler*innen gab an Erfahrungen mit nicht-körperlicher sexualisierter Gewalt gemacht zu haben und fast ein Viertel (23 %) gab an, mindestens einmal im Leben von körperlicher sexualisierter Gewalt betroffen gewesen zu sein.</p>
<p>Ein besonderer Risikoort für Mädchen, nicht-körperliche sexualisierte Gewalt zu erleben, ist nach Maschke &amp; Stecher der digitale Raum, bei Jungen hingegen das Klassenzimmer oder der Pausenhof. Bei körperlicher sexualisierter Gewalt stellen bei Mädchen im Vergleich zu Jungen „andere Wohnungen“, öffentliche Plätze und Bahnhöfe/Bushaltestellen Orte mit erhöhtem Risiko dar. Oftmals wurden die Taten von Mitschüler*innen, Freund*innen und (Ex-)Partner*innen verübt.</p>
<p>Im Fazit konnte herausgearbeitet werden, dass fast jede*r fünfte Jugendliche sowohl nicht-körperliche als auch körperliche sexualisierte Gewalterfahrungen gemacht hat (Maschke &amp; Stecher, 2018, S. 6-33).</p>
<p>Die SPEAK-Studie wurde in den Jahren 2019-2021 durch eine Erweiterungsstudie „Sexualisierte Gewalt in der Erfahrung Jugendlicher an Berufsschulen“ ergänzt. <a href="https://www.speak-studie.de/" target="_blank" rel="noopener">Alle Informationen zu Haupt- und Erweiterungsstudie gibt es hier.</a></p>
<h4></h4>
<h4><strong>Grenzüberschreitungen als pädagogischer Handlungsanlass</strong></h4>
<p>Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt durch Kinder und Jugendliche stellen grundsätzlich einen pädagogischen Handlungsanlass dar, dem Fachkräfte und/oder Eltern zeitnah und zielgerichtet begegnen sollten. Die Maßgabe besteht darin, dass betroffene Kinder und Jugendliche bei der Bearbeitung ihrer Erfahrungen (professionell) unterstützt und grenzüberschreitende Kinder und Jugendliche zur Einsicht und Verhaltensänderung befähigt werden. Sexualpädagogische Ansätze helfen auch präventiv dabei, den Umgang mit eigenen und fremden Grenzen zu erlernen. Zudem stellen positive Bindungen zu Gleichaltrigen eine wichtige Ressource da, die es unter anderem Betroffenen erleichtert, sich mit ihren Gewalterfahrungen anzuvertrauen („Disclosure“), ehe diese ggf. mit Erwachsenen geteilt werden.</p>
<p>Mehr dazu in den Abschnitten zur <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-praevention/">Prävention</a>, <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-intervention/" target="_blank" rel="noopener">Intervention</a> und <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-gespraechsfuehrung/" target="_blank" rel="noopener">Gesprächsführung</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bundeskriminalamt (BKA) (Hrsg.) (2025): Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Tatverdächtige nach Geschlecht. <a href="https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/pks_node.html">https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/pks_node.html</a></p>
<p>Deegener, G. (2010): Kindesmissbrauch. Erkennen – helfen – vorbeugen (Komplett überarbeitete 5. Auflage). Beltz Verlag.</p>
<p>Deutsches Jugendinstitut e.V. (DJI) (Hrsg.) (2011): Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen. Abschlussbericht. Erstellt von Helmig, E./Kindler, H./Langmeyer, A./Mayer, M./Mosser, P./Entleitner, C./Schutter, S./Wolff, M. München.</p>
<p>Maschke, Sabine/Stecher, Ludwig: Sexuelle Gewalt: Erfahrungen Jugendlicher heute. Weinheim Basel 2018.</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> https://beauftragte-missbrauch.de/themen/recht/strafrecht</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> https://www.nrw-donumvitae.de/fileadmin/user_upload/pdf/Sex___Recht_-_Deutsch_-_Stand_28.11.2022-ansicht.pdf</p>

		</div>
	</div>
                        <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-praevention/"                 class="psg25-button psg25-button-gray-light psg25-button_component"
                aria-label="Weiter zur Prävention">Weiter zur Prävention</a>
                
    </div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rechtliche Aspekte bei Übergriffen durch Kinder und Jugendliche</title>
		<link>https://psg.nrw/uebergriffe-rechtliches/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[visudia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 07:25:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weil Wissen schützt]]></category>
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					<description><![CDATA[In diesem Abschnitt werden die rechtlichen Bestimmungen rund um junge Menschen und Sexualität erläutert. Wann sind junge Menschen eigentlich strafmündig? Was gilt im Jugendstrafrecht, welche Rolle spielt das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und welche Regelungen gelten für den digitalen Raum?  ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Rechtliche Aspekte bei sexualisierten Übergriffen durch Kinder und Jugendliche</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<h4><strong>I. </strong><strong>Strafmündigkeit</strong></h4>
<p>Strafmündig sind Jugendliche schon vor dem 18. Lebensjahr, wenn sie die Fähigkeit haben, das Unrecht der Tat einzusehen und entsprechend dieser Einsicht zu handeln. Auf sie findet Jugendstrafrecht Anwendung. Noch nicht strafmündig bzw. schuldunfähig sind nach dem deutschen Gesetz alle Kinder (unter 14 Jahre); § 19 StGB. Bei Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) muss geprüft werden, ob bestimmte Vorschriften des Jugendgerichtsgesetzes anzuwenden sind.</p>
<h4><strong>II. </strong><strong>Grundsätze des Jugendstrafrechts</strong></h4>
<p>Das Jugendstrafrecht knüpft an die Straftatbestände des allgemeinen Strafrechts im Strafgesetzbuch (StGB) an. Es gibt also kein eigenes Jugendstrafrecht in dem Sinne, dass einzelne Straftatbestände nur für Jugendliche oder Heranwachsende existieren würden.</p>
<p>Die im StGB vorgesehenen Strafrahmen und die im Einzelfall anzuwendenden Regeln der Strafzumessung werden jedoch im Jugendgerichtsgesetz (JGG) durch eigenständige Regelungen zu den jugendstrafrechtlichen Rechtsfolgen ersetzt.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p>
<p>Das Jugendstrafrecht ist gem. § 1 Jugendgerichtsgesetz (JGG) anwendbar, „wenn ein <u>Jugendlicher</u> oder ein <u>Heranwachsender</u> eine Verfehlung begeht, die (…) mit Strafe bedroht ist.“</p>
<p><strong>Kind </strong>ist, wer zur Tatzeit noch nicht vierzehn ist. Nach dem JGG können Kinder nicht strafrechtlich belangt werden.</p>
<p><strong>Jugendlich</strong> ist, wer zur Zeit der Tat vierzehn, aber noch nicht achtzehn ist, § 1 Abs. 2 JGG. Zusätzlich zur sog. Strafmündigkeit muss auch die strafrechtliche Verantwortlichkeit der*des Jugendlichen gegeben sein. Diese liegt dann vor, wenn der*die Jugendliche zur Zeit der Tat nach ihrer*seiner sittlichen und geistigen Entwicklung reif genug ist, das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln, § 3 JGG.</p>
<p><strong>Heranwachsend</strong> ist, wer zur Zeit der Tat achtzehn, aber noch nicht einundzwanzig Jahre alt ist (§ 1 Abs. 2 JGG). Heranwachsende fallen dann unter die Vorschriften des JGG, wenn sich ihre soziale Werteentwicklung oder ihre geistige Entwicklung zum Tatzeitpunkt noch auf dem Stand eines Jugendlichen befand oder wenn es sich bei der Tat um eine typische Jugendverfehlung (z. B. Ladendiebstahl als Mutprobe) handelt (vgl. § 105 Abs. 1 JGG).</p>
<p>Im <strong>Unterschied zum „Erwachsenenstrafrecht“</strong> steht im Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke und nicht die Bestrafung im Vordergrund. Das JGG hat eine präventive Ausrichtung, da vorrangig der erneuten Straffälligkeit junger Menschen entgegengewirkt werden soll. Zu diesem Zweck sieht das JGG verschiedene Sanktionen vor:</p>
<ul>
<li>Erziehungsmaßregeln (Erteilung von Weisungen, Anordnungen)</li>
<li>„Zuchtmittel“ (Verwarnungen, Auflagen oder Jugendarrest = kurzzeitige Freiheitsentziehung)</li>
<li>Jugendstrafen (= Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis fünf Jahren)</li>
</ul>
<p>Für Strafverfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende sind besondere Jugendgerichte zuständig.</p>
<h4><strong>III. </strong><strong>Recht auf sexuelle Selbstbestimmung</strong></h4>
<p>Das Bundesverfassungsgericht leitet das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung aus dem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht nach Art. 2 Abs. 1 und Abs. 2 GG in Verbindung mit der Würde des Menschen aus Art. 1 Abs. 1 GG ab. Es ist also verfassungsrechtlich verankert. Im Recht wird sexuelle Selbstbestimmung üblicherweise definiert als Freiheit, selbst entscheiden zu können, ob, wann, wie und mit wem man sexuelle Kontakte eingeht. Diese Definition greift jedoch bezogen auf Kinder- und Jugendliche zu kurz. Bei ihnen geht es auch um die Sicherung der Bedingungen des Wachsens in die sexuelle Selbstbestimmung, etwa als Recht auf sexuelle Bildung.<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a></p>
<p>Für den Schutz der sexuellen Entwicklung und Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen sind insbesodere von Bedeutung:</p>
<ul>
<li>Vorschriften des Strafgesetzbuches (StGB)</li>
<li>das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinder- und Jugendschutz (KKG)</li>
<li>Regelungen, die das erweiterte Führungszeugnis betreffen</li>
<li>der Sozialdatenschutz</li>
</ul>
<h4><strong>IV. </strong><strong>Sex und Recht</strong></h4>
<p>Die Strafnormen des 13. Abschnitts des Strafgesetzbuches (StGB) schützen die sexuelle Selbstbestimmung von Menschen jeden Alters. Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang jedoch die <strong>absolute Schutzaltersgrenze</strong> von 14 Jahren. Der Hintergrund ist, dass Kinder ihre <strong>Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung</strong> noch nicht entwickelt haben und deswegen nicht in der Lage sind, eigenständig in sexuelle Handlungen einzuwilligen<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a>. Jegliche sexuelle Handlung, die an oder mit Kindern vorgenommen wird, ist daher unabhängig von Einverständnis oder Gewaltanwendung strafbar.</p>
<p>Konkret bedeutet das: Sex in Deutschland ist grundsätzlich nur erlaubt, wenn</p>
<ul>
<li>die Beteiligten mindestens 14 Jahre alt sind</li>
<li>Einvernehmen vorliegt (= er von beiden Seiten freiwillig stattfindet)</li>
<li>keine Bedrohung oder Gewalt vorliegen</li>
<li>kein Schutzbefohlenenverhältnis besteht (Lehrkräfte, Betreuer*innen, etc.); gleiches gilt etwa auch für bestimmte Obhuts- und Abhängigkeitsverhältnisse, Beratungs-, Behandlungs- und Betreuungsverhältnisse (vgl. §§ 174 ff. StGB)</li>
<li>er nicht gegen Entgelt erfolgt (im Verhältnis Person über achtzehn und Person unter achtzehn)</li>
</ul>
<p>Es gibt noch zusätzliche Einschränkungen bezüglich der Frage, wer mit wem im welchem Alter Sex haben darf. Einen Überblick verschafft die folgende Tabelle von donum vitae.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-8533" src="https://psg.nrw/wp-content/uploads/2025/08/rechtliche_aspekte.jpg" alt="Grafik zu Sex und Recht" width="620" height="700" srcset="https://psg.nrw/wp-content/uploads/2025/08/rechtliche_aspekte.jpg 620w, https://psg.nrw/wp-content/uploads/2025/08/rechtliche_aspekte-600x677.jpg 600w" sizes="(max-width: 620px) 100vw, 620px" /></p>
<h4><strong>V. </strong><strong>Regelungen für den digitalen Raum</strong></h4>
<p>Auch im digitalen Raum kann es zu Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt unter Kindern und Jugendlichen kommen. Die Phänomene sind dabei vielfältig.</p>
<p>Weit verbreitet unter Minderjährigen ist das sog. <strong>Sexting</strong>, also der Austausch erotischer Nachrichten, Fotos und Videos. Dabei ist vielen Kindern- und Jugendlichen ist nicht bewusst, dass die Herstellung, der Besitz und das Versenden von Bilddateien strafrechtlich relevant sein kann. Denn Fotos oder Videos, die (teilweise) unbekleidete Minderjährige oder sexuelle Handlungen von, an oder vor ihnen zeigen, können rechtlich als kinder- bzw. jugendpornografische* Inhalte nach den §§ 184b, 184c StGB eingestuft werden.</p>
<p>Grundsätzlich gilt: Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz von sogenannten kinderpornografischen Inhalten* sind aufgrund der absoluten Schutzaltersgrenze von 14 Jahren immer strafbar (§ 184b StGB).</p>
<p>Sexting unter <strong>Jugendlichen</strong> ist hingegen nicht per se ein Problem – es ist vielmehr Teil jugendtypischer Kommunikation der sexuellen Entwicklung.</p>
<p>Wenn die Bilder oder Videos von Jugendlichen ausschließlich zu privaten Zwecken und mit Einwilligung der gezeigten Person gemacht werden, wird dies von vielen Stimmen in der Literatur  mit Blick auf § 184c Absatz 4 StGB für nicht strafwürdig erachtet. Nähere Informationen hierzu werden auf der Website <a href="https://www.safer-sexting.de/">Safer Sexting</a> bereitgestellt. Zu sexualisierten Übergriffen an Jugendlichen kann es jedoch dann kommen, wenn intime Aufnahmen nicht-einvernehmlich hergestellt, versendet und verbreitet werden. In diesen Fällen handelt es sich um eine Form von sexualisierter Gewalt durch Kinder und Jugendliche mit Medienunterstützung<strong>.</strong></p>
<p>Weitere (verbreitete) Formen sexualisierter Gewalt durch Kinder und Jugendliche mit Medienunterstützung sind:</p>
<ul>
<li>sexuelle Belästigung und Übergriffe, z.B. durch Versenden von Genitalabbildungen (Dick Pics) oder Veröffentlichung manipulierter Nacktaufnahmen (Deepnudes)</li>
<li>Sexistische Beleidigungen und Hasskommentare (Hatespeech)</li>
<li>Abwertungen, die das Aussehen/den Körper betreffen (Bodyshaming)</li>
<li>Erpressung mit intimen Aufnahmen (Sextortion)</li>
<li>das heimliche Herstellen von nicht-einvernehmlichen, intimen Fotos (Upskirting/ Downblousing)</li>
</ul>
<p>Einen Überblick über die einzelnen Phänomene und ihre Strafbarkeit findet ihr unter: <a href="https://hateaid.org/digitale-gewalt/" target="_blank" rel="noopener">https://hateaid.org/digitale-gewalt/</a> und <a href="https://hateaid.org/straftaten-im-netz/" target="_blank" rel="noopener">https://hateaid.org/straftaten-im-netz/</a></p>
<p><em>* Wir verwenden hier den Begriff „Kinderpornografie“, da dieser Begriff auch im StGB genutzt wird. In Fachkreisen wird diese Formulierung jedoch als verharmlosend wahrgenommen. Wir verwenden stattdessen i.d.R. den Begriff „Darstellungen/Abbildungen sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ oder „sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen“.</em></p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <a href="https://www.bmj.de/DE/themen/rehabilitierung_resozialisierung/Jugendstrafrecht/jugendstrafrecht_node.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.bmj.de/DE/themen/rehabilitierung_resozialisierung/Jugendstrafrecht/jugendstrafrecht_node.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Christina Heinen, Printausgabe mediendiskurs: 27. Jg., 1/2023 (Ausgabe 103), S. 82-86</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> <a href="https://beauftragte-missbrauch.de/themen/recht/strafrecht" target="_blank" rel="noopener">https://beauftragte-missbrauch.de/themen/recht/strafrecht</a></p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Mit freundlicher Genehmigung von donum vitae, <a href="https://www.sexundrecht.de/de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.sexundrecht.de/de/ </a></p>

		</div>
	</div>
<div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div><div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div>                        <a href="http://www.psg.nrw/weil-wissen-schuetzt"                 class="psg25-button psg25-button-gray-light psg25-button_component"
                aria-label="Zurück zur Kampagnenseite">Zurück zur Kampagnenseite</a>
                
    </div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Umgang mit übergriffigen Kindern und Jugendlichen</title>
		<link>https://psg.nrw/uebergriffige-kiju/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[visudia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 07:19:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weil Wissen schützt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://psg.nrw/?p=8528</guid>

					<description><![CDATA[Trotz frühzeitigem Einschreiten bei Grenzverletzungen, trotz Gestaltung einer grenzachtenden Atmosphäre durch Mitarbeitende in der Einrichtung kann es sein, dass Kinder und Jugendliche gegenüber Gleichaltrigen übergriffig werden. Was in diesem Fall zu tun ist, lesen Sie in diesem Baustein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Umgang mit übergriffigen Kindern und Jugendlichen</h1>
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			<p>Trotz frühzeitigem Einschreiten bei Grenzverletzungen, trotz Gestaltung einer grenzachtenden Atmosphäre durch Mitarbeitende in der Einrichtung kann es sein, dass Kinder und Jugendliche gegenüber Gleichaltrigen übergriffig werden.</p>
<p>Für übergriffiges oder gewaltvolles Handeln junger Menschen gibt es individuelle Gründe und es bedarf in jedem Fall einer professionellen Abklärung. Möglicherweise braucht der übergriffige junge Mensch therapeutische Unterstützung, um das Verhalten zu bearbeiten. Siehe dazu auch den Abschnitt zur <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-gespraechsfuehrung/" target="_blank" rel="noopener">Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen</a>.</p>
<p>Hier ist immer zu beachten, dass eine Intervention der Situation angemessen ist. Der parteiliche Betroffenenschutz ist unbedingt vorrangig. Gleichzeitig besteht gegenüber übergriffigen Kindern und Jugendlichen eine pädagogische Verantwortung.</p>
<p>Junge Menschen, die sexuell übergriffig geworden sind, können mit Verleugnung, Verharmlosung oder Ablehnung der Verantwortung reagieren. Ein Grund dafür ist die starke gesellschaftliche Stigmatisierung, die mit solchen Handlungen verbunden ist. Die Betroffenen empfinden häufig tiefe Scham – gegenüber sich selbst, ihrer Familie, dem Freundeskreis und ihrer Umgebung. Obwohl sie in der Regel bereits ein Verständnis für persönliche Grenzen entwickelt haben, fehlt ihnen oft die emotionale und sprachliche Reife, um erste sexuelle Gefühle angemessen auszudrücken oder die Tragweite ihres Handelns vollständig zu erfassen.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> In jedem Fall empfiehlt sich die Unterstützung durch eine spezialisierte Fachberatungsstelle, um fachgerecht intervenieren zu können.</p>
<p>Ziel einer Interventionsmaßnahme ist neben der Aufarbeitung des Erlebten die Übernahme von Verantwortung des übergriffigen Kindes oder Jugendlichen für die Tat und insbesondere die Entwicklung von Empathie für die betroffene Person.</p>
<p>Haben Übergriffe in einer pädagogischen  Einrichtung stattgefunden, können Sorgeverantwortliche bei der Suche nach einem entsprechenden Angebot unterstützen.</p>
<h4>Beratungsstellen</h4>
<p>In unserer <a href="https://psg.nrw/hilfe-finden/#Beratung" target="_blank" rel="noopener">NRW-weiten Beratungsstellensuche</a> gibt es die Möglichkeit, nach Einrichtungen zu suchen, die mit übergriffigen Kindern und Jugendlichen arbeiten.</p>
<p>Darüber hinaus stellt die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention (DGfPI) e.V. neben diversen Hilfe-Angeboten eine Liste von <a href="https://dgfpi.de/hilfe-finden/" target="_blank" rel="noopener">Einrichtungen, die mit sexuell übergriffigen Kindern und Jugendlichen arbeiten</a>, zur Verfügung.</p>

		</div>
	</div>
<h1 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Literatur / Quellen</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Weitere Informationen zur Thematik bietet die Broschüre des Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt (Hrsg.): <a href="https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Dokumente/pressestelle/publikationen/broschueren/missbrauchsbuch.pdf" target="_blank" rel="noopener">Sexuelle Übergriffe zwischen Kindern und Jugendlichen. Orientierungsleitfaden zum Erkennen, Stoppen, Verhindern im Rahmen erzieherischer Hilfen</a> (2020)</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> vgl. Priebe, Bernd „Umgang mit sexuell übergriffigen Jungen. Täterarbeit als Opferschutz“, In: Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) Buskotte, Andrea: „Grenzverletzungen. Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen.“ 1. Auflage 2012; mittlerweile vergriffen. <a href="https://www.jugendschutz-niedersachsen.de/grenzgebiete/" target="_blank" rel="noopener">https://www.jugendschutz-niedersachsen.de/grenzgebiete/</a></p>

		</div>
	</div>
<div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div><div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div>                        <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-rechtliches/"                 class="psg25-button psg25-button-gray-light psg25-button_component"
                aria-label="Weiter zu rechtlichen Aspekten">Weiter zu rechtlichen Aspekten</a>
                
    </div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen</title>
		<link>https://psg.nrw/uebergriffe-gespraechsfuehrung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[visudia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 07:11:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weil Wissen schützt]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Kinder und Jugendliche, die Grenzverletzungen oder sexualisierte Gewalt erfahren haben, ist es in der Regel nicht leicht darüber zu sprechen und sich Erwachsenen – wie z.B. Fachkräften – anzuvertrauen. Wenn sie es tun, ist das erst einmal ein gutes Zeichen, ein Vertrauensbeweis. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Für Kinder und Jugendliche, die Grenzverletzungen oder sexualisierte Gewalt erfahren haben, ist es in der Regel nicht leicht darüber zu sprechen und sich Erwachsenen – wie z.B. Fachkräften – anzuvertrauen. Wenn sie es tun, ist das erst einmal ein gutes Zeichen, ein Vertrauensbeweis. Oft nehmen Betroffene dafür all ihren Mut zusammen: Sie teilen sich jemandem mit. Trotz Scham- und Schuldgefühlen, trotz der Angst vor Stigmatisierung und vor den Folgen ihrer Öffnung und trotz eventueller Drohungen und Schweigegebote.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid vc_custom_1757409123515 vc_row-has-fill small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element fs21" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Damit Kinder und Jugendliche sich anvertrauen können, brauchen sie Erwachsene, die gut informiert sind: über sexualisierte Gewalt allgemein, über Kinderrechte und Täter*innenstrategien sowie darüber, welche Hilfen und Maßnahmen ergriffen werden können und welche Unterstützungsangebote es vor Ort gibt.</p>

		</div>
	</div>
<div class="vc_row wpb_row vc_inner vc_row-fluid vc_custom_1757409141022 vc_row-has-fill"></div></div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Erziehungsverantwortliche sollten sich bewusst darüber sein, dass die Erfahrung sexualisierter Gewalt keine Ausnahme für Kinder und Jugendliche ist, sondern eine gesellschaftliche Realität. Sie gehört zu ihren Entwicklungsrisiken.</p>
<p>Wenn Fachkräfte über dieses Wissen verfügen, wird sich das in ihrer Haltung ausdrücken. Sie können sich stabiler und souveräner verhalten.</p>
<p>Erwachsene Betroffene, die in Kindheit und/oder Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben, formulieren deutlich, wie wichtig die Möglichkeit des Sich-Anvertrauens für sie ist und welche entscheidende Rolle die folgenden Reaktionen darauf spielen:</p>
<ul>
<li>Ernst nehmen, keinen Zweifel äußern</li>
<li>Anerkennende Reaktion ohne Stigmatisierung</li>
<li>Stabilität der Fachkraft</li>
<li>Behutsame Gesprächsführung, keine Überforderung</li>
<li>Kenntnis über weitere Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten</li>
</ul>
<p>Es sollte nicht vom Zufall abhängen, ob Kinder und Jugendliche sich anvertrauen und entsprechende Hilfen bekommen.</p>

		</div>
	</div>
<h1 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Wenn sich Kinder und Jugendliche anvertrauen</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>In jedem Fall gilt: Ruhe bewahren!</p>
<p>Folgende Punkte sollten berücksichtigt werden:</p>
<ul>
<li>Möglichst eine ruhige, ungestörte Atmosphäre schaffen</li>
<li>Bestärken: <em>„Gut, dass du es sagst“</em></li>
<li>Trösten und Versorgen der Betroffenen</li>
<li>Keine Infragestellung, Bagatellisierung, Ignorierung, Dramatisierung</li>
<li>Freundliche und zugewandte, aber neutrale Haltung: Große emotionale Betroffenheit wirkt nicht unterstützend. Stattdessen: Verständnis für die Gefühle der Betroffenen signalisieren</li>
<li>Eigene Gefühle wie Ängste und Unsicherheit sollten den Betroffenen gegenüber nicht gezeigt werden.</li>
<li>Aktives Zuhören: Deutlich machen, dass mit Interesse und gut zugehört wird</li>
<li>Offene, allgemeine Fragen stellen, B.: „Ist noch mehr passiert, möchtest du noch mehr erzählen?“</li>
<li>Keine suggestiven Fragen stellen, keine Beeinflussung</li>
<li>Keine „Warum“-Fragen, keine Unterbrechungen</li>
<li>Nicht drängen, nicht detailliert nachfragen, nicht „ermitteln“: Die Betroffenen entscheiden selbst, wieviel sie erzählen möchten.</li>
<li>Nicht in Geheimnisse einbinden lassen. Stattdessen behutsam erklären, dass es Dinge gibt, die nicht geheim gehalten werden können, wenn es um Schutz und Hilfe geht. Oft erleichtert es die Betroffenen, wenn sie verstehen, dass sie mit ihrem Geheimhaltungsdruck nicht mehr allein sind und sie Unterstützung erhalten. Gemeinsam kann dann überlegt werden, welche weiteren Schritte sich die Betroffenen vorstellen können.</li>
<li>Nichts versprechen, was nicht gehalten werden kann</li>
<li>Ansprechpartner*in bleiben</li>
<li>Über weitere geplante Schritte informieren, Betroffene in alle Schritte einbeziehen</li>
<li>Keine Vorwürfe, keine Kritik, keine Reduzierung auf das Betroffen-Sein</li>
<li>Ressourcen der Betroffenen im Blick behalten</li>
<li>Ressourcenorientiert und resilienzfördernd denken (versus: „Das ganze Leben des Mädchens* / Jungen* ist zerstört“)</li>
<li>Wut über potentiell übergriffige Kinder/Jugendliche zurückhalten</li>
<li>Sich nach dem Gespräch ggf. selbst Unterstützung holen</li>
</ul>
<p>Es ist gut möglich, dass Schilderungen von Betroffenen zunächst „unlogisch“, unvollständig oder auch schwer nachvollziehbar erscheinen. Dabei ist zu bedenken, dass das Erlebte für Betroffene eine traumatische Erfahrung sein kann, durch die die Erinnerung unvollständig und zersplittert ist.</p>
<p>Wichtig ist es zudem auch anzuerkennen, wenn Betroffene (zunächst) schweigen oder nur ansatzweise schildern. Das „Sich Öffnen“ und das Sprechen sind als ein Prozess zu begreifen.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
    
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                                                    <p class="headline">
                                Wichtig zu wissen                            </p>
                        
                                                    <div class="text">
                                <p>Bei der Gesprächsführung sollte außerdem im Hinterkopf behalten werden, dass die betroffene Person sich im weiteren Verlauf zu einer Strafanzeige entschließen könnte. Die Aussage der Betroffenen ist dabei ein zentrales Beweismittel. Um die Glaubhaftigkeit der Aussage in einem etwaigen Strafverfahren nicht zu schmälern, ist besonders wichtig, dass die Aussage nicht durch suggestive oder zu spezifische Fragen beeinflusst wird. Die konkrete Ermittlung des Sachverhalts im Detail sollte durch die Ermittlungsbehörden erfolgen. Sind Fachkräfte sogenannte „Erstaussageempfänger*innen“, kann es vorkommen, dass sie als Zeug*innen vor Gericht geladen werden. Es empfiehlt sich daher eine bedachte und sorgfältige Dokumentation über Zustandekommen und Inhalt der Aussage. </p>
<p>Wichtig: Die Entscheidung über die Erstattung einer Strafanzeige sollte nie ohne Rücksprache mit dem betroffenen Kind bzw. der*dem betroffenen Jugendlichen getroffen werden. In jedem Fall sollte gut abgewogen werden, ob die*der Betroffene aktuell den Belastungen gewachsen ist, die ein Strafverfahren und die hiermit verbundene intensive Auseinandersetzung mit der Tat mit sich bringt. Vor einer Anzeige sollte daher immer auch eine spezialisierte Fachberatungsstelle und/oder ein Anwalt/eine Anwältin konsultiert werden.</p>
                            </div>
                        
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            </div>
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    </div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<h4>Wenn Sie selbst als Fachkraft Übergriffe beobachten</h4>
<p>In jedem Fall gilt: Ruhe bewahren!</p>
<p>Folgende Punkte sollten berücksichtigt werden:</p>
<ul>
<li>Aktiv zum Schutz der Betroffenen eingreifen</li>
<li>Klare Positionierung: <em>„Das war nicht ok, dass XY das gemacht hat.“</em></li>
<li>Trösten und Versorgen des/der Betroffenen</li>
<li>Keine Belastung der Betroffenen durch emotionale Reaktionen</li>
<li>Handlungen benennen und Stellung auch gegenüber übergriffigen Kindern/Jugendlichen beziehen: <em>„Es ist nicht in Ordnung, dass du … gemacht hast</em><em>.“</em> Dadurch wird die Wahrnehmung der Betroffenen gestärkt und die Handlungen werden nicht bagatellisiert.</li>
<li>Übergriffige Kinder/Jugendliche bekommen zunächst keine besondere Aufmerksamkeit.</li>
<li>Mit Blick auf die übergriffigen Kinder/Jugendlichen zwischen Verhalten und Person unterscheiden (Person nicht abwerten)</li>
<li>Keine Beschämung der Kinder und Jugendlichen durch moralische Bewertungen</li>
<li>Keine von Erwachsenen angeregten Entschuldigungen. Diese gehen häufig zu Lasten der Betroffenen.</li>
<li>Übergriffige Kinder und Jugendliche müssen die Gelegenheit bekommen Fehlverhalten einzusehen und zu korrigieren.</li>
</ul>
<p>Gerade bei jüngeren Kindern entwickeln sich Grenzüberschreitungen häufig eher unabsichtlich im Rahmen von Rollen- oder Körpererkundungsspielen. Es ist wichtig, dass Fachkräfte den einzelnen Kindern und auch der Gruppe immer wieder deutlich vermitteln, welche Regeln es gibt und dass Grenzen beachtet und akzeptiert werden müssen.</p>
<p>Wenn es zu Vorfällen in Einrichtungen kommt, sind oft auch Kinder und Jugendliche beteiligt, die nicht direkt betroffen sind, aber die Situation beobachten („Innocent Bystanders“). Auch diese sollten Fachkräfte mit im Blick haben und ihnen Gesprächsangebote machen oder auch das Thema „Grenzverletzungen“ in der Gruppe thematisieren. Siehe dazu auch die Abschnitte zu <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-praevention/" target="_blank" rel="noopener">Prävention</a> und <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-intervention/" target="_blank" rel="noopener">Intervention</a>.</p>
<p>Unterstützung rund um das Thema „Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen“ leisten z.B. spezialisierte Fachberatungsstellen. Sie können durch Beratung Handlungssicherheit vermitteln, gerade auch bei geplanten Gesprächen.</p>
<p>Weitergehende Sicherheit können Workshops bieten, in denen Gesprächssituationen unter fachlicher Begleitung z.B. in Rollenspielen geübt werden.</p>

		</div>
	</div>
                        <a href="https://psg.nrw/hilfe-finden/#Beratung" target="_blank"                class="psg25-button psg25-button-petrol psg25-button_component"
                aria-label="Zur Fachberatungsstellensuche">Zur Fachberatungsstellensuche</a>
                
    <div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div><div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div>                        <a href="https://psg.nrw/uebergriffige-kiju/"                 class="psg25-button psg25-button-gray-light psg25-button_component"
                aria-label="Weiter zum Umgang mit übergriffigen Kindern und Jugendlichen">Weiter zum Umgang mit übergriffigen Kindern und Jugendlichen</a>
                
    </div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sexualisierte Übergriffe im digitalen Raum – Was ist zu tun und wie können wir vorbeugen?</title>
		<link>https://psg.nrw/uebergriffe-digital/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[visudia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 07:06:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weil Wissen schützt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://psg.nrw/?p=8520</guid>

					<description><![CDATA[Neben den vielen Annehmlichkeiten, die der digitale Raum insbesondere für junge Menschen als Ort von Unterhaltung, Austausch und Identitätsangeboten bereitstellt, besitzt er auch vielfältige Risiken. Die gewachsene Zahl von Fällen digitaler Gewalt durch Kinder und Jugendliche macht deutlich, dass Präventionsarbeit sich mit der heutigen hybriden Lebenswirklichkeit auseinandersetzen muss. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Sexualisierte Übergriffe durch Kinder und Jugendliche im digitalen Raum</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Neben den vielen Annehmlichkeiten, die der digitale Raum insbesondere für junge Menschen als Ort von Unterhaltung, Austausch und Identitätsangeboten bereitstellt, besitzt er auch vielfältige Risiken. Die gewachsene Zahl von Fällen digitaler Gewalt durch Kinder und Jugendliche macht deutlich, dass Präventionsarbeit sich mit der heutigen hybriden Lebenswirklichkeit auseinandersetzen muss.</p>
<p>Eine geschlechtersensible, machtkritische Haltung kann helfen, einen grenzachtenden Umgang miteinander besprechbar zu machen, und so dazu beitragen, sexuellen Grenzverletzungen und Übergriffen vorzubeugen.</p>
<h4>Intime Aufnahmen verschicken im gegenseitigen Einvernehmen</h4>
<p>Der Begriff <strong>„Sexting“</strong> setzt sich aus „Sex“ und dem englischen Wort „texting“ (eine Nachricht versenden) zusammen. Dabei geht es um Menschen, die sich nackt oder leicht bekleidet selbst fotografieren oder filmen und diese Bilder bzw. Videos verschicken, zumeist Erwachsene. Der Begriff „Sexting“ hat sich in der Fachwelt etabliert, ist aber allgemein nicht üblich. Es wird eher die Tätigkeit benannt: Sexy Aufnahmen, Selfies, Pics, Posingbilder oder Nudes verschicken.</p>
<p>Sexting unter Jugendlichen innerhalb einer intimen Beziehung ist nicht per se ein Problem: „Geschieht Sexting einvernehmlich, ist es Ausdruck von Nähe und Vertrauen, deutet auf einen positiven Zugang zur eigenen Körperlichkeit hin und stellt eine Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität dar.“ (Döring 2014)<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p>
<h4>Woran erkenne ich einen sexualisierten Übergriff?</h4>
<p>Im Gegensatz zu einvernehmlichem Sexting handelt es sich um bildbasierte sexualisierte Gewalt, wenn intime Aufnahmen, die im Vertrauen erstellt und versendet wurden, ohne Zustimmung weiterverbreitet werden mit dem Ziel, eine Person bloßzustellen und zu entwerten („Sharegewalt“).</p>
<p>Eine weitere Form digitaler Übergriffe ist das Herstellen von nicht-einvernehmlichen, heimlichen Fotos, die den Blick z.B. unter den Rock einer Person ermöglichen („Upskirting“). Solche Fälle, bei denen sich Übergriffige und Betroffene zumeist kennen, ähneln in ihrer Dynamik dem Mobbing <a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>. Mit neueren KI-basierten Anwendungen lassen sich darüber hinaus ohne technische Vorkenntnisse Fake-Nacktbilder („Deep Nudes“) erstellen. Bei ihrer Verbreitung können auch kommerzielle Interessen dahinterstehen.</p>
<h4>Betroffenheit im Jugendalter ist häufig geschlechtsbezogen</h4>
<p>Augenfällig ist, dass bei diesen Formen bildbasierter sexualisierter Gewalt und bei sexueller Belästigung überwiegend weibliche und queere Personen zur Zielscheibe werden.<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a></p>
<p>Die SPEAK-Studie (2021) ermittelte unter 1.118 Berufsschüler*innen zwischen 16 und 19 Jahren 1,9 Prozent Jungen* und 4,7 Prozent Mädchen*, deren intime Fotos gegen ihren Willen ins Internet gestellt wurden (S. 16). In dieser Altersgruppe gaben 59,7 Prozent der Mädchen* und demgegenüber 17 Prozent der Jungen* an im Internet sexuell „angemacht“ oder belästigt worden zu sein (S. 16).<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a></p>
<p>Mädchen* oder queere Menschen werden im Falle von erfahrender „Sharegewalt“ laut Partner-5-Studie (ebd.) mit „Fertigmachen“, „Bloßstellung“ oder der Abwertung weiblicher, sexueller Aktivität („Slutshaming“) konfrontiert.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a></p>
<p>Hierbei erfahrene Scham- und Ohnmachtsgefühle werden von Betroffenen als traumatisch beschrieben. Sie fühlen sich schuldig, selbst wenn sie nicht beschuldigt werden. Die Scham ist umso größer, wenn sie in einem solchen Kontext mehrfach betroffen sind: Nicht nur durch den sexuellen Übergriff in digitaler Form und das „Veröffentlichtwerden“, sondern zusätzlich durch die Furcht vor anschließender „Rufschädigung“. Solchen Ansehensverlust haben männliche Personen seltener zu befürchten.<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a></p>
<h4>Die Folgen von geschlechterstereotypen Rollenbildern</h4>
<p>Geschlechterstereotype Rollenbilder und -erwartungen spielen eine zentrale Rolle: So genanntes „Victim Blaming“ (Selbst-Schuld-Haltung) oder die Verharmlosung von übergriffigem Verhalten („War doch nur Spaß“) ist durch alle Altersgruppen hinweg immer noch weit verbreitet.</p>
<p>Zugeschriebene Rollenerwartungen verstärken somit nicht nur Schuld, Scham und Ohnmachtsgefühle von Betroffenen, sondern verhindern Offenbarungen oder Hilfegesuche. Und letztlich stärken sie die Vormachtstellung von übergriffigen Jugendlichen. Im Interventionsfall ist es für Fachkräfte aus den genannten Gründen besonders wichtig, pädagogisch sensibel zu intervenieren.</p>
<h4>Medienbildung und sexuelle Bildung gehören zusammen</h4>
<p>Im Rahmen von Medienpädagogik oder sexueller Bildung ist es daher wichtig, den Umgang mit Sexualität im digitalen Raum proaktiv zum Thema zu machen und über schambehaftete Themen im geeigneten, altersangemessenen Rahmen zu sprechen.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid vc_custom_1757407244403 vc_row-has-fill small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element fs21" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Sprachfähig zu sein, ist sowohl für Erziehungsverantwortliche wie für junge Menschen zentral: Nur so können sie für die eigenen Grenzen sowie Grenzverletzungen und Übergriffe sensibilisiert werden, Grenzen setzen und sich über mögliche Konsequenzen für Betroffene und Tatausübende bewusst werden.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Betroffenen wird es leichter fallen, sich anzuvertrauen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie die Gewissheit haben, dass es erwachsene Ansprechpersonen gibt, die ihre Perspektive ernst nehmen, ihnen Schutz bieten, Gewalt nicht verharmlosen, sie entlasten und mit den Spezifika von digitaler Gewalt vertraut sind.<a name="_ftnref7"></a><a href="#_ftn7">[7]</a></p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Wenn aus Spaß Ernst wird - was können Betroffene tun?</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>• Personen kontaktieren, die leichtfertig Bilder oder andere Inhalte ohne Zustimmung öffentlich gemacht haben, und zur Entfernung der Bilder auffordern<br />
• Inhalt auf der jeweiligen Plattform melden<br />
• Beweise sichern, mehr dazu im <a href="https://www.jugendschutz.net/mediathek/artikel/online-auf-missbrauchsdarstellungen-gestossen-oder-deren-verbreitung-beobachtet" target="_blank" rel="noopener">Merkblatt &#8222;Online auf Missbrauchsdarstellungen gestoßen oder deren Verbreitung beobachtet?&#8220; der Beschwerdestellen FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V.), eco (Verband der Internetwirtschaft e.V.) und jugendschutz.net</a><br />
• Beratungsstelle oder Erstanlaufstelle kontaktieren, mehr dazu bei <a href="http://juuuport.de/infos/ratgeber/sexting" target="_blank" rel="noopener">Juuuport &gt; Infos &gt; Ratgeber &gt; Sexting</a><br />
• Falls die betroffene Person einverstanden ist, kann Strafanzeige bei der Polizei erstattet werden. Hilfreich kann der Weg über die Plattform <a href="http://fragzebra.de" target="_blank" rel="noopener">fragzebra.de</a> sein, denn hier werden Meldungen zunächst von Jurist*innen der Medienanstalt NRW geprüft und bei einem Verdacht an die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) weitergeleitet: <a href="https://www.fragzebra.de/cybergrooming" target="_blank" rel="noopener">fragzebra.de/cybergrooming</a></p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Quellen</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p><a name="_ftn1"></a><a href="#_ftnref1">[1]</a> Döring, Nicola Prof. Dr. „Warum Sexting unter Jugendlichen (k)ein Problem ist. Gastbeitrag auf medienbewusst.de (2014) unter <a href="https://www.nicola-doering.de/warum-sexting-unter-jugendlichen-kein-problem-ist/">https://www.nicola-doering.de/warum-sexting-unter-jugendlichen-kein-problem-ist/</a> (zuletzt abgerufen am 08.03.2024</p>
<p><a name="_ftn2"></a><a href="#_ftnref2">[2]</a> Vobbe, Frederic; Kärgel, Katharina „Sexualisierte Gewalt und digitale Medien. Reflexive Handlungsempfehlungen für die Fachpraxis“ Heidelberg 2022 unter <a href="https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978-3-658-35764-1.pdf">https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978-3-658-35764-1.pdf</a> (zuletzt abgerufen am 08.03.2024)</p>
<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Voß, Heinz-Jürgen Prof. Dr. (IfAS): PARTNER %-Studie Jugendsexualität 2021“ , Merseburg 2021 unter <a href="http://S.24 und JIM-Studie (mpfs) 2023 unter https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2022/JIM_2023_Charts_final_PDF.pdf S.43">https://www.ifas-home.de/wp-content/uploads/2021/07/Primaerbericht-Gewalt-PARTNER-5-Jugendliche-FINAL.pdf S.24</a> und JIM-Studie (mpfs) 2023 unter <a href="https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2022/JIM_2023_Charts_final_PDF.pdf%20S.43">https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2022/JIM_2023_Charts_final_PDF.pdf S.43</a> (beides zuletzt abgerufen am 08.03.2024)</p>
<p><a name="_ftn4"></a><a href="#_ftnref4">[4]</a> Maschke, Sabine Prof. Dr.; Stecher, Ludwig Prof. Dr.: SPEAK! Die Studie – „Sexualisierte Gewalt in der Erfahrung Jugendlicher“ Erweiterungsstudie Berufliche Schulen (Marburg 2021) unter <a href="https://www.uni-marburg.de/de/fb21/erzwinst/arbeitsbereiche/aew/forschung/speak/kurzbericht-speak-berufliche-schulen_maschke-stecher.pdf">https://www.uni-marburg.de/de/fb21/erzwinst/arbeitsbereiche/aew/forschung/speak/kurzbericht-speak-berufliche-schulen_maschke-stecher.pdf</a> (zuletzt abgerufen am 08.03.2024)</p>
<p><a name="_ftn5"></a><a href="#_ftnref5">[5]</a> Vgl. Döring N. (2014) ebd.  und Witz, Christina: „Sexting und sexuelle Grenzverletzungen an Schulen“ In: MedienPädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung (2021) unter <a href="https://www.medienpaed.com/article/view/1286/1068">https://www.medienpaed.com/article/view/1286/1068</a> (zuletzt abgerufen am 08.03.2024)</p>
<p><a name="_ftn6"></a><a href="#_ftnref6">[6]</a> Vgl. Döring, N. (2014) und Witz, C. (2021) ebd., siehe oben</p>
<p><a name="_ftn7"></a><a href="#_ftnref7">[7]</a> Kärgel/Vobbe: »Mediatisierte sexualisierte Gewalt. Qualitätskriterien zum Umgang mit Missbrauchsabbildungen« Hrsg: Beyond Digital Violence &#8211; Take Action Against Cyber Sexual Violence (2023) unter <a href="https://byedv.de/"> https://byedv.de/materialien-de/ /</a>  (zuletzt abgerufen am 15.03.2024) S.14</p>

		</div>
	</div>
<div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div>                        <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-gespraechsfuehrung/"                 class="psg25-button psg25-button-gray-light psg25-button_component"
                aria-label="Weiter zur Gesprächsführung">Weiter zur Gesprächsführung</a>
                
    </div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Intervention</title>
		<link>https://psg.nrw/uebergriffe-intervention/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[visudia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 06:49:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weil Wissen schützt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://psg.nrw/?p=8515</guid>

					<description><![CDATA[Prävention und Intervention bilden ein ganzheitliches Konzept und ergänzen sich in ihren Maßnahmen gegenseitig. Präventive Angebote haben auch immer eine aufdeckende Wirkung. Daher ist es wichtig, dass Fachkräfte Wissen darüber haben, welche Interventionsschritte im Vermutungsfall oder bei Offenbarung zu ergreifen sind. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Intervention bei Übergriffen durch Kinder und Jugendliche</h1><div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Warum gehört Intervention zur Prävention?</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Prävention und Intervention bilden ein ganzheitliches Konzept und ergänzen sich in ihren Maßnahmen gegenseitig.</p>
<p><strong>Präventive Angebote</strong> haben auch immer eine aufdeckende Wirkung. Daher ist es wichtig, dass Fachkräfte Wissen darüber haben, welche Interventionsschritte im Vermutungsfall oder bei Offenbarung zu ergreifen sind.</p>
<p><strong>Pädagogische Interventionen </strong>bei Grenzverletzungen und Übergriffen geben Kindern und Jugendlichen einen Orientierungsrahmen und haben somit eine präventive und korrigierende Wirkung. Einen Übergriff als solchen zu erkennen, zu benennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, trägt dazu bei, dass sich übergriffiges Verhalten nicht manifestiert und sich kein „Gewöhnungseffekt“ unter den Kindern, Jugendlichen und den Erwachsenen einschleicht.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Was mache ich bei einem Übergriff und wo bekomme ich Hilfe?</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Wenn es in einer Einrichtung zu einem Übergriff durch Kinder oder Jugendliche kommt, ist pädagogisch-fachliche Intervention durch die Fachkräfte unerlässlich. Dies gilt unabhängig davon, ob die betroffene Person sich direkt an eine Fachkraft wendet, ob diese selbst eine Beobachtung macht oder ob andere Kinder oder Jugendliche von einer Situation berichten. Übergriffe entwickeln sich im dynamischen Miteinander, finden gezielt statt und können subtil und nicht sichtbar oder offensichtlich sein. Diese dynamischen Prozesse können sich auf die Kommunikation und Beziehungsgestaltung im realen Leben sowie auf die Interaktion im digitalen Raum beziehen.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid vc_custom_1757402915963 vc_row-has-fill small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_inner vc_row-fluid vc_custom_1757343121430 vc_row-has-fill"></div>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element fs21" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Vorverurteilung, Dramatisierung sowie Bagatellisierung oder Leugnung des Geschehens helfen weder der betroffenen noch der übergriffigen Person. Entscheidend ist, dass Fachkräfte gut vorbereitet sind, im Team eine gemeinsame Haltung zum Umgang mit grenzverletzendem und übergriffigem Verhalten besteht und verbindliche Verfahrensschritte entwickelt wurden (siehe dazu auch den <a href="https://psg.nrw/schutzkonzept-bausteine/baustein-7-intervention/" target="_blank" rel="noopener">Baustein „Intervention“</a> auf unserer Webseite zu Rechte- und Schutzkonzepten).</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Für ein umsichtiges und reflektiertes Handeln empfiehlt es sich eine <a href="https://psg.nrw/hilfe-finden/#Beratung" target="_blank" rel="noopener">Fachberatungsstelle</a> hinzuzuziehen. Diese unterstützt bei der Einordnung des Geschehens, hilft bei der Vorbereitung erforderlicher Gespräche und der Planung weiterer Schritte.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Grundsätze der Intervention</h2><div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Stellung beziehen / Haltung zeigen</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Wenn eine Fachkraft eine Situation beobachtet, in der das Recht eines Kindes oder Jugendlichen verletzt wird, muss dieser Übergriff sofort beendet und als solcher benannt werden. Als Erstmaßnahme wird der Schutz der betroffenen Person sichergestellt, ihre eigenen emotionalen Bedürfnisse erfragt und zugesichert, dass das Geschehen ernst genommen und sich weiterhin darum gekümmert wird.</p>
<p>Auch wenn sich eine betroffene Person oder ein*e Zeug*in einer Fachkraft anvertraut, gilt als erste Intervention, dass dieser Person geglaubt und Stellung bezogen wird.</p>
<p>Wenn ehrenamtlich Mitarbeitende, Praktikant*innen, Übungsanleiter*innen o.a. einen Übergriff beobachten oder als Vertrauensperson hinzugezogen werden, informieren diese im Fortgang eine*n hauptamtliche*n Kolleg*in oder die Einrichtungsleitung und geben die Verantwortung für die weiteren Schritte an diese ab. Wenn die betroffene Person den Wunsch äußert, sollte die angesprochene Person weiterhin als Vertrauensperson ansprechbar bleiben und begleitend unterstützen.  Dieser Handlungsschritt sowie die zu informierenden Personen sollten idealerweise im Rechte- und Schutzkonzept benannt sein.</p>
<p>Je nach Fallkontext empfiehlt es sich, die Sorgeberechtigten der betroffenen Person und der übergriffigen Person über das Geschehen und die folgenden Interventionsschritte zu informieren und einen zeitnahen Gesprächstermin mit diesen zu vereinbaren.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Einschätzung des Geschehens</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Professionelles Handeln setzt voraus, dass Fachkräfte nicht im überstürzten Alleingang vorgehen, sondern sich umgehend mit mindestens einem*einer Kolleg*in austauschen und je nach Fallkonstellation die Einrichtungsleitung informieren. Dieses Vorgehen ist unabhängig davon, ob der Übergriff online oder offline stattgefunden hat.</p>
<p>Grenzverletzungen, die kindlichem oder jugendlichem Überschwang zuzuordnen sind oder aus Neugier oder Unwissenheit resultieren, bedürfen eines direkten Ansprechens und einer klaren Grenzsetzung. Es folgt eine weitere Beobachtung und Sicherstellung, dass das grenzverletzende Verhalten eingestellt wird. Bereits in der Entwicklung des Interventionsleitfadens sollten sich Team und Einrichtungsleitung darüber verständigen, in welchen Fällen die Einrichtungsleitung eine Meldung benötigt. <em> </em></p>
<p>In allen anderen Fällen folgt eine zeitnahe Fallberatung mit Team und Einrichtungsleitung, in der das Geschehen gemeinsam eingeschätzt wird und weitere Maßnahmen geprüft und geplant werden. Je nach Komplexität des Geschehens kann zur Einschätzung sowie zur Besprechung der weiteren Schritte auch direkt zu Beginn eine Fachberatungsstelle oder eine insoweit erfahrene Fachkraft hinzugezogen werden.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Schutzmaßnahmen treffen und auf Wirkung überprüfen</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Für die <strong>betroffene Person</strong> werden unterstützende Maßnahmen erörtert, die bei der Bewältigung des Erlebten helfen können und sie vor weiteren Übergriffen schützen.</p>
<p>Die angestrebten Maßnahmen für die <strong>übergriffige Person</strong> sollten immer im Zusammenhang mit dem Übergriff stehen und den jeweiligen Entwicklungsstand der Person berücksichtigen. Die ausgewählten Maßnahmen zielen darauf ab, die übergriffige Person zunächst in ihrem übergriffigen Verhalten zu kontrollieren und einzuschränken und im besten Fall durch Einsicht eine Verhaltensveränderung bei ihr zu bewirken. Dabei ist es wichtig, dass das gesamte Team über die geplanten Maßnahmen informiert ist und diese einheitlich und konsequent umgesetzt werden. Während einer zeitlich festgelegten Frist wird die Einhaltung der Maßnahmen kontrolliert. Nach Ende der Frist überprüft das Team, ob die Maßnahmen wirkungsvoll waren und aufgehoben werden können oder ob eine Verlängerung oder eine Maßnahmenänderung erforderlich ist.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Unterstützung durch eine Fachberatungsstelle</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Um fachliche Sicherheit bezüglich der Einordung des Geschehens und des weiteren Umgangs damit zu gewinnen, kann eine unabhängige anonymisierte Beratung durch eine Fachberatungsstelle helfen. Diese Beratung unterstützt das Team auch dabei, mögliche Gefährdungen sowohl für die betroffene Person als auch für die übergriffige Person einzuschätzen. Wenn im Rahmen dieser Einschätzung eine Kindeswohlgefährdung vermutet wird, ist das Hinzuziehen einer insoweit erfahrenen Fachkraft dringend erforderlich. Diese sind beim Träger der Einrichtung oder beim zuständigen Jugendamt verortet.</p>

		</div>
	</div>
                        <a href="https://psg.nrw/hilfe-finden/#Beratung" target="_blank"                class="psg25-button psg25-button-petrol psg25-button_component"
                aria-label="Zur Beratungsstellensuche">Zur Beratungsstellensuche</a>
                
    <div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div></div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Dokumentation</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Eine gewissenhafte Dokumentation des Geschehens ist zwingend erforderlich. Notiert werden sollten:</p>
<ul>
<li>Beobachtungen und/oder Schilderungen des Übergriffs</li>
<li>beteiligte Personen, Ansprechpersonen bzw. fallführende Fachkraft</li>
<li>bereits unternommene Handlungsschritte</li>
<li>weitere geplante Maßnahmen</li>
</ul>
<p>Dazu kann die Dokumentationsvorlage des Trägers genutzt werden oder eine Vorlage, auf die sich innerhalb der Einrichtung verständigt wurde.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Gespräche mit betroffenen und übergriffigen Kindern oder Jugendlichen</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>In Gesprächen mit Kindern, Jugendlichen und deren Sorgeberechtigten sowie im Austausch unter Fachkräften ist es wichtig, eine angemessene Terminologie zu verwenden. Anstelle des Begriffs „Opfer“ sollte die Formulierung „betroffenes Kind“ oder „betroffener Jugendlicher“ gewählt werden. Ebenso sollten die Begriffe „Täter“ oder „Täterin“ vermieden und stattdessen „übergriffiges Kind“ oder „übergriffige Jugendliche“ verwendet werden. Diese Formulierungen helfen, eine Stigmatisierung und eine langfristige Zuschreibung zu vermeiden.</p>
<p>Nach Planung der individuellen Schutzmaßnahmen werden getrennte Gespräche mit den beteiligten Personen geführt. Dabei hat das Gespräch mit der <strong>betroffenen Person</strong> in der zeitlichen Abfolge immer Vorrang. Im Gespräch mit der betroffenen Person wird gemeinsam erörtert, welche Unterstützung sie benötigt, um sich in der Einrichtung wieder wohl und sicher zu fühlen. Die Maßnahmen, die im Team entwickelt wurden, werden dabei auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt. Zudem wird ihr versichert, dass die Fachkräfte dafür verantwortlich sind, dass sich eine solche Situation nicht wiederholt.</p>
<p>Auch die <strong>übergriffige Person</strong> erhält die Möglichkeit, sich zu dem Vorfall zu äußern und ihre Sichtweise darzulegen. Zudem werden die geplanten Maßnahmen besprochen, wobei klar kommuniziert wird, dass das gezeigte Verhalten nicht akzeptiert wird. Dabei liegt die Betonung auf der Ablehnung des Verhaltens und nicht auf der Person selbst. <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-gespraechsfuehrung/" target="_blank" rel="noopener">Mehr Informationen zur Gesprächsführung finden Sie im entsprechenden Baustein.</a></p>
<p>Was darüber hinaus an Konsequenzen notwendig ist, entscheidet sich im Einzelfall und nach sorgfältiger Abwägung im Team.</p>
<p>Wenn übergriffiges Verhalten bei einer Person gehäuft auftritt, ist es wichtig, die Ursache dieses Verhaltens zu hinterfragen. Wiederholtes und gezieltes übergriffiges Verhalten kann unterschiedliche Ursachen haben und sollte daher individuell betrachtet werden. Es kann zudem ein Hinweis darauf sein, dass die übergriffige Person selbst Gewalt erfahren hat bzw. erfährt und kann bedeuten, dass die Person therapeutische Unterstützung benötigt. <a href="https://psg.nrw/uebergriffige-kiju/" target="_blank" rel="noopener">Mehr zum Umgang mit übergriffigen Kindern hier.</a></p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Gespräch mit den Sorgeberechtigten der betroffenen und der übergriffigen Kinder oder Jugendlichen</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Auch die Sorgeberechtigten benötigen Einordnung und Klarheit über das Geschehen und Informationen über das weitere Vorgehen innerhalb der Einrichtung. Je nach Fallkontext ist der Einbezug weiterer Anlaufstellen im Hilfesystem sinnvoll.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Ggf. Gespräch mit anderen Kindern / Jugendlichen der Einrichtung</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Nicht nur bei den unmittelbar beteiligten Personen, sondern auch bei Kindern oder Jugendlichen, die den Übergriff beobachtet haben, kann es zu persönlichen Belastungen kommen. Häufig fällt es ihnen schwer, das Geschehen zu verstehen und einzuordnen, was zu diffusen Gefühlen wie Angst, Unsicherheit und Scham führen kann.</p>
<p>Aus Gründen des Gruppenzwangs oder aus Sorge, selbst in eine ähnliche Lage zu kommen, schreiten sie in der Situation des Übergriffes nicht ein bzw. holen keine Hilfe bei erwachsenen Personen. Aus Sorge, aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden und als „Petze“ zu gelten, verarbeiten sie die Beobachtungen häufig allein oder innerhalb der Peer-Group. Dies kann zu Spannungen oder auch zur Spaltung innerhalb der Gruppe führen.</p>
<p>Ein zuvor gebildetes Interventionsteam kann den Zeug*innen des Geschehens durch Gesprächsangebote Entlastung schaffen und dabei helfen, den Vorfall richtig einzuordnen und Bewältigungsstrategien zu aktivieren.</p>
<p>Um Ängsten und Unsicherheiten sowie weiteren Übergriffen vorzubeugen, sollte das Interventionsteam ebenfalls in der gesamten Gruppe einen grenzachtenden Umgang untereinander thematisieren und definieren und den Kindern oder Jugendlichen die ausdrückliche Erlaubnis bzw. Einladung geben, in Konfliktsituationen am besten gemeinsam einzuschreiten und/oder Hilfe bei erwachsenen Personen zu holen.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Ggf. Gespräch mit Eltern der Kinder / Jugendlichen der Einrichtung</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Der Vorfall kann nicht nur innerhalb der Einrichtung für Aufregung sorgen, sondern auch bei den Sorgeberechtigten unbeteiligter Kinder und Jugendlicher Fragen aufwerfen. Bei Bedarf an Gesprächen und Informationen kann ein Gesprächsangebot, das die Persönlichkeitsrechte und den Datenschutz berücksichtigt, zur Klärung und Beruhigung beitragen. Externe fachliche Expertise kann dabei ebenfalls hilfreich sein.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Die Rolle der Einrichtungsleitung und des Trägers</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Die Einrichtungsleitung ist immer zeitnah einzubeziehen. Ausnahmen bedürfen voriger klarer Absprachen zwischen Team und Leitung. Die Leitung hat die Aufgabe, das Team bei der Bearbeitung des Geschehens zu unterstützen. Sie ist an Gesprächen mit Eltern und anderen externen Personengruppen beteiligt, kommuniziert Vorgänge und Maßnahmen an den Träger oder an das regionale Jugendamt oder nach <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__47.html" target="_blank" rel="noopener">§ 47 SGB VIII</a> an das Landesjugendamt oder lässt sich je nach Fallkonstellation auch rechtlich beraten. Auch im Falle der Prüfung einer möglichen Strafanzeige ist sie zwingend einzubeziehen.</p>
<p>Wenn Ereignisse auch außerhalb der Einrichtung öffentliches Interesse wecken, unterstützt der Träger die Einrichtung mit einer vereinbarten Sprachregelung. Der Träger und die Einrichtungsleitung sorgen dafür, dass der Umgang mit dem Vorfall transparent ist und die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Interventionen, wenn sich Verdacht nicht eindeutig klären lässt</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Im beruflichen Alltag kann es vorkommen, dass Grenzverletzungen oder Übergriffe durch Kinder und Jugendliche nicht lückenlos geklärt werden können. Oft gibt es unterschiedliche Aussagen der mittelbar und unmittelbar beteiligten Personen.</p>
<p>In solchen Fällen fehlen konkrete Anhaltspunkte, um den Vorfall zu rekonstruieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Um das Geschehen nicht „unter den Tisch zu kehren“ ist es ratsam, mit den beteiligten Kindern/Jugendlichen ins Gespräch darüber zu gehen und Verhaltensregeln im pädagogischen Alltag und Miteinander in der Einrichtung neu zu definieren.</p>
<p>Dies macht allen Einrichtungsangehörigen deutlich, dass auch Übergriffe, die nicht eindeutig nachweisbar sind, ernst genommen werden.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h5 headline-black ">Interventionsplan der Einrichtung überprüfen</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Nach einem Vorfall sollte der <a href="https://psg.nrw/schutzkonzept-bausteine/baustein-7-intervention/" target="_blank" rel="noopener">Interventionsleitfaden</a> der Einrichtung überprüft werden, um festzustellen, ob das pädagogische Vorgehen weiterhin gemäß Leitfaden stattfinden kann oder ob Anpassungen erforderlich sind. Zudem sollte je nach Fall in Erwägung gezogen werden, ob eine erneute Risikoanalyse notwendig ist, um zukünftige Übergriffe dieser Art zu vermeiden.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h3 class="psg25-component_headline h3 headline-black ">Hilfe- und Beratungsangebote</h3>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Für den interdisziplinären Austausch stehen Fachkräften verschiedene Anlaufstellen zur Verfügung. Diese können ebenfalls für Beratung und/oder therapeutische Interventionen von betroffenen Kindern und Jugendlichen sowie übergriffigen Kindern und Jugendlichen und deren Sorgeberechtigten in Anspruch genommen werden.</p>
<ul>
<li>Fachberatungsstellen</li>
<li>Kinderschutzambulanz</li>
<li>Insoweit erfahrene Fachkräfte bei den Trägern und des örtlichen Jugendamtes</li>
<li>Landesjugendämter LVR und LWL</li>
</ul>

		</div>
	</div>
<div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div>                        <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-digital/"                 class="psg25-button psg25-button-gray-light psg25-button_component"
                aria-label="Weiter zum digitalen Raum">Weiter zum digitalen Raum</a>
                
    </div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Woran erkenne ich sexualisierte Grenzüberschreitungen?</title>
		<link>https://psg.nrw/uebergriffe-erkennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[visudia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 06:29:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weil Wissen schützt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://psg.nrw/?p=8508</guid>

					<description><![CDATA[Kinder und Jugendliche entwickeln ein natürliches Interesse an ihrem Körper und an zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei gibt es altersgerechte Erkundungen, aber auch Situationen, in denen Grenzen überschritten werden. Für pädagogische Fachkräfte und Erziehungspersonen kann es eine Herausforderung sein, einzuschätzen, wann ein Verhalten unbedenklich ist und wann ein Eingreifen erforderlich ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Woran erkenne ich sexuelle Grenzüberschreitungen durch Kinder und Jugendliche?</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Kinder und Jugendliche entwickeln ein natürliches Interesse an ihrem Körper und an zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei gibt es altersgerechte Erkundungen, aber auch Situationen, in denen Grenzen überschritten werden. Für pädagogische Fachkräfte und Erziehungspersonen kann es eine Herausforderung sein, einzuschätzen, wann ein Verhalten unbedenklich ist und wann ein Eingreifen erforderlich ist.</p>
<p>Sexuelle Neugier ist ein natürlicher Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Kinder erkunden spielerisch ihren Körper und interessieren sich für Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Solche Verhaltensweisen sind entwicklungsbedingt unbedenklich, solange sie freiwillig und im gegenseitigen Einverständnis geschehen.</p>
<p>Im Gegensatz dazu verletzen sexualisierte Grenzüberschreitungen die persönlichen oder körperlichen Grenzen eines anderen Kindes oder Jugendlichen. Sie können verbal, körperlich oder digital erfolgen und reichen von unangemessenen Kommentaren bis hin zu körperlichem Zwang. Unabhängig davon, ob dies bewusst oder unbewusst geschieht, ist eine pädagogische Reaktion erforderlich. <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-intervention/" target="_blank" rel="noopener">Dazu mehr im Abschnitt zur Intervention.</a></p>

		</div>
	</div>
<div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div></div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Hinweise für die Unterscheidung zwischen altersangemessenem und grenzüberschreitendem Verhalten nach Altersgruppen</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p><u>Frühe Kindheit </u></p>
<p>Unbedenkliches Verhalten:</p>
<ul>
<li>Erkunden des eigenen Körpers und Neugier auf Körperteile anderer Kinder</li>
<li>Körperliche Erkundungsspiele und Nacktheit, solange sie freiwillig und ausgeglichen sind</li>
<li>Fragen zu Geschlechtsteilen, Schwangerschaft und Geburt</li>
</ul>
<p>Grenzüberschreitendes Verhalten:</p>
<ul>
<li>Zwang oder Druck, um andere Kinder in intime Spiele einzubeziehen</li>
<li>(Wiederholtes) Eindringen in den Intimbereich</li>
<li>Nachspielen von sexuellen Handlungen aus Medien oder Umgebung</li>
</ul>

		</div>
	</div>

	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p><u>Grundschulalter </u></p>
<p>Unbedenkliches Verhalten:</p>
<ul>
<li>Weiteres Erkunden des eigenen Körpers mit zunehmendem Schamgefühl</li>
<li>Spielen mit sexuellen Themen in der Fantasie oder in Gesprächen</li>
<li>Erste romantische Gefühle für Gleichaltrige</li>
</ul>
<p>Grenzüberschreitendes Verhalten:</p>
<ul>
<li>Zwanghafte Beschäftigung mit sexuellen Themen</li>
<li>Gezieltes Bloßstellen, Entblößen anderer oder wiederholtes Anfassen gegen deren Willen</li>
<li>Verbreitung von sexualisierten Inhalten oder Belästigung über digitale Medien</li>
</ul>

		</div>
	</div>

	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p><u>Jugendalter</u></p>
<p>Unbedenkliches Verhalten:</p>
<ul>
<li>Entwicklung romantischer und sexueller Beziehungen mit Gleichaltrigen</li>
<li>Erkundung der eigenen Sexualität, auch in Gesprächen oder über Medien</li>
<li>Austausch von Intimitäten im gegenseitigen Einverständnis</li>
</ul>
<p>Grenzüberschreitendes Verhalten:</p>
<ul>
<li>Sexuelle Nötigung, Erpressung oder Druck zu sexuellen Handlungen</li>
<li>Ungefragtes Versenden oder Verbreiten intimer Bilder</li>
<li>Sexuelle Belästigung, verbal oder körperlich</li>
<li>Manipulation oder Ausnutzung von Machtgefällen in Beziehungen</li>
</ul>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid vc_custom_1757345412288 vc_row-has-fill small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element fs21" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Die Grenzen der Unterscheidungen und auch der Übergänge in den Altersbereichen sind dabei fließend und bedürfen meist genauerer Betrachtung und Einschätzung.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_inner vc_row-fluid vc_custom_1757343121430 vc_row-has-fill"></div><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Unterstützende Leitlinien zur Einschätzung von Situationen und pädagogischer Intervention</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Ein sofortiges Eingreifen ist notwendig, wenn ein Kind sichtlich bedrängt wird oder Angst zeigt. Unklare Situationen sollten unterbrochen werden, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten freiwillig handeln. Kinder sollten über Körpergrenzen, Privatsphäre und das Recht, „Nein“ zu sagen, aufgeklärt werden. Treten problematische Muster wiederholt auf, sollten Erziehungspersonen und Fachstellen einbezogen werden.</p>
<p>Beobachtung hilft, eine Situation richtig einzuschätzen. Wirken Kinder entspannt oder gibt es Anzeichen von Unwohlsein wie Rückzug oder Zögern? Ist das Verhalten beidseitig freiwillig oder liegt ein Machtgefälle vor?</p>

		</div>
	</div>
<div class="vc_message_box vc_message_box-standard vc_message_box-rounded vc_color-info vc_do_message" ><div class="vc_message_box-icon"><i class="fa fa-solid fa-circle-info"></i></div><p>Ein <strong>Machtgefälle</strong> zwischen Kindern liegt vor, wenn ein Kind gegenüber einem anderen durch körperliche, soziale, emotionale oder kognitive Überlegenheit eine dominante Position einnimmt und dadurch Kontrolle oder Einfluss ausübt, die/der das andere Kind in seiner Entscheidungsfreiheit einschränkt. Dies kann sich beispielsweise in ungleichen körperlichen Kräften, Altersunterschieden, sozialem Status innerhalb einer Gruppe oder durch einseitige Abhängigkeiten zeigen.</p>
</div>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Auch die Reaktion auf Beobachtung ist aufschlussreich – brechen Kinder abrupt ab oder wirken verlegen, könnte ein problematisches Verhalten vorliegen.</p>
<p>Offene Fragen wie „Was macht ihr da?“ oder „Fühlt ihr euch dabei wohl?“ helfen, die Perspektive der Kinder zu verstehen. Wichtig ist, ob sie Grenzen respektieren oder übergehen. Auch ihre Beziehung zueinander sollte berücksichtigt werden – handelt es sich um gleichberechtigte Freund*innen oder gibt es eine dominante Rolle?</p>
<p>Hintergrundinformationen können wertvolle Hinweise liefern. Hat ein Kind Schwierigkeiten, eigene Grenzen zu erkennen? Gibt es Verhaltensmuster, die auf eine tiefere Problematik hinweisen? In solchen Fällen kann eine Rücksprache mit Kolleg*innen oder Fachstellen sinnvoll sein. Falls das Verhalten weiterhin besorgniserregend bleibt, sollte spezialisierte Fachberatung nach Möglichkeit in Absprache mit den Erziehungsberechtigten hinzugezogen werden.</p>
<p>Bei Jugendlichen ist die Einschätzung oft komplexer, da Sexualität ein besonders relevanter Part ihrer aktuellen Entwicklung ist. Machtungleichgewichte, fehlende Zustimmung oder sozialer Druck sind jedoch Warnsignale. Wenn eine Person unter Druck gesetzt wird oder sich nicht frei entscheiden kann, sollte unbedingt eingegriffen werden. Das gilt auch für digitale Übergriffe, wie <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-rechtliches/"><u>das unerlaubte Verbreiten intimer Bilder.</u></a></p>
<p>Ein sofortiges Eingreifen ist notwendig, wenn jemand bedrängt oder festgehalten wird oder wenn sexuelle Handlungen gegen den Willen einer Person geschehen. Bei weniger eindeutigen Situationen kann ein Gesprächsangebot helfen, Unsicherheiten zu klären. Einvernehmliche Erkundungen in einem geschützten Rahmen erfordern meist keine Intervention. Mehr zum Vorgehen in den Abschnitten zur <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-gespraechsfuehrung/">Gesprächsführung</a> und zur <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-intervention/">Intervention</a>.</p>

		</div>
	</div>
<h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Fazit</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Die Grenze zwischen altersgerechter sexueller Neugier und einer sexualisierten Grenzüberschreitung ist nicht immer leicht zu ziehen. Entscheidende Faktoren sind, ob das Verhalten einvernehmlich und freiwillig geschieht oder ob Zwang, Machtgefälle oder Manipulation im Spiel sind. Pädagogische Fachkräfte und Erziehungspersonen sollten Kindern und Jugendlichen sichere Räume bieten, in denen sie lernen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und die Grenzen anderer zu respektieren. Frühzeitige Angebote zu Sensibilisierung und Information können helfen, grenzverletzende Verhaltensweisen wahrzunehmen, als solche zu benennen und zu bearbeiten.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Literatur</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Allroggen: Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen. in: Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen: Ein Handbuch zur Prävention und Intervention für Fachkräfte im medizinischen, psychotherapeutischen und pädagogischen Bereich; J. Fegert; U. Hoffmann; E. König; J. Niehaus; H. Liebhardt (Hrsg.); Springer; Heidelberg; 2015; 506. Springer, Heidelberg, 1. Auflage, 2015, 383-398, Download 26,70 €, Print 978-3-662-44243-2; e-Book 978-3-662-44244-9, link.springer.com</p>
<p>Amyna e.V. (Hrsg.): Sexuelle Grenzüberschreitungen durch Kinder. Erkennen, Ergreifen, Vorbeugen, München, 1. Auflage, 2021, 5,00 € zzgl. Versandkosten, amyna.de</p>
<p>Berner; P. Briken; G. Romer; A. Spehr (Hrsg.), Briken et. al.: Sexuell grenzverletzende Kinder und Jugendliche. Pabst Science Publishers, Lengerich, 1. Auflage, 2010, 356 Seiten, Print 35 €; E-Book 27,99 €, 978-3-89967-541-2.</p>
<p>Deutsches Jugendinstitut e.V. (Hrsg.), P. Mosser: Sexuell grenzverletztende Kinder und Jugendliche. Praxisansätze und ihre empirischen Grundlagen, München, 1. Auflage, 2012, 115 Seiten, kostenlos, ISBN: 978-3-86379-067-7, dji.de, www.dji.de/.</p>
<p>Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V. (Hrsg.), R. Laudage-Kleeberg (Red.): Thema Jugend. GRENZWERTIG, Münster, Heft 1, 2013, 24 Seiten, Print: kostenlos zzgl Versandkosten; Download kostenlos, ISSN: 0935-8935, thema-jugend.de, <a href="http://www.thema-jugend.de/publikationen/zeitschrift-thema-jugend/">http://www.thema-jugend.de/publikationen/zeitschrift-thema-jugend/</a>.</p>
<p>Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (Hrsg.): GRENZGEBIETE. Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen/Eine Arbeitshilfe, 1. Auflage, 2017, 80 Seiten, Print 7,00 €, jugenschutz-materialien.de, jugendschutz-materialien.de/.</p>
<p>Strohhalm e.V. Fachstelle für Prävention von sexualisierter Gewalt an Mädchen* und Jungen* (Hrsg.), D. Riedel-Breidenstein; M. van Os: Sexuelle Übergriffe unter Kindern – von der Einschulung bis zur Pubertät. Praxisleitfaden für Grundschulen und pädagogische Einrichtungen, Berlin, 2. Auflage, 2016, 76 Seiten, 7,00 € zzgl. Versandkosten, <a href="http://www.strohhalm-ev.de">www.strohhalm-ev.de</a></p>

		</div>
	</div>
<div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div>                        <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-intervention/"                 class="psg25-button psg25-button-gray-light psg25-button_component"
                aria-label="Weiter zur Intervention">Weiter zur Intervention</a>
                
    </div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Prävention von Übergriffen durch Kinder und Jugendliche</title>
		<link>https://psg.nrw/uebergriffe-praevention/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[visudia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 06:09:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weil Wissen schützt]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist eine der Kernaufgaben von Fach- und Leitungskräften, das gesunde Aufwachsen junger Menschen in pädagogischen Einrichtungen bestmöglich zu gewährleisten. Dazu gehört auch der Schutz vor sexualisierten Übergriffen und Gewalt, ganz gleich, von wem mögliche Grenzüberschreitungen und Gewalthandlungen ausgehen.

Wie kann Präventionsarbeit in der Praxis aussehen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h1 class="psg25-component_headline h1 headline-petrol ">Prävention von Übergriffen durch Kinder und Jugendliche</h1>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Es ist eine der Kernaufgaben von Fach- und Leitungskräften, das gesunde Aufwachsen junger Menschen in pädagogischen Einrichtungen bestmöglich zu gewährleisten. Dazu gehört auch der Schutz vor sexualisierten Übergriffen und Gewalt, ganz gleich, von wem mögliche Grenzüberschreitungen und Gewalthandlungen ausgehen.<br />
Wie kann Präventionsarbeit in der Praxis aussehen?</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Junge Menschen brauchen informierte Erwachsene – Schulungen für Mitarbeitende</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Nur informierte und handlungssichere Erwachsene können kompetente Ansprechpersonen für junge Menschen sein und einen Beitrag zur Prävention leisten.</p>
<p>Dazu bedarf es regelmäßiger Schulungen zu Themen wie Prävention von und Intervention bei (sexualisierter) Gewalt, Kinderschutz und Sexuelle Bildung. In Schulungen lassen sich beispielsweise folgende Fragestellungen erörtern:</p>
<ul>
<li>Wie erkenne ich Übergriffe durch junge Menschen?</li>
<li>Was benötigen betroffene Kinder und Jugendliche?</li>
<li>Wie gehe ich mit ihnen ins Gespräch?</li>
<li>Welche rechtlichen Aspekte sind zu berücksichtigen?</li>
</ul>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Grenzachtung lernen – Bildungs- und Präventionsangebote für junge Menschen/geschlechtsspezifische Angebote</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Das Kennenlernen eigener Grenzen sowie der Grenzen anderer ist eine Entwicklungsaufgabe junger Menschen. Fachkräfte können sie dabei begleiten und entsprechende Bildungsangebote initiieren. Im Sinne von Angeboten Sexueller Bildung und der Prävention sexualisierter Gewalt geht es unter anderem darum eine Vorstellung zu entwickeln, wo ihre eigenen Grenzen liegen und wie sie sich achtsam gegenüber anderen Personen verhalten können.</p>
<p>Zum Beispiel ist Flirten für viele junge Menschen eine wichtige Form des Aushandelns von Sexualität. Dabei werden auch Grenzen ausgetestet, mit dem Risiko, dass sie überschritten werden. Wie kann Flirten grenzachtend gestaltet werden? Diese Frage kann zum Beispiel in einem Workshop erarbeitet werden.</p>
<p>Darüber hinaus sind Themen wie Grenzachtung und Gleichberechtigung sowie Konsens in Freund*innenschaften und Liebesbeziehungen bedeutsam für junge Menschen. Wie können diese Beziehungen auf Augenhöhe gestaltet werden, ohne dass Gewaltdynamiken entstehen? – Aus Sicht von Prävention sind dies zentrale Themen, an denen Fachkräfte thematisch anknüpfen müssen.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Mitarbeitende setzen Maßstäbe – Eigene Umgangsformen reflektieren</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Grundlegend haben Mitarbeitende im pädagogischen Alltag die Chance die Atmosphäre in der Einrichtung grenzachtend zu gestalten. Sie beeinflussen durch ihr Handeln, ihre Ansprache und die Umgangsformen maßgeblich das Einrichtungsklima. Junge Menschen orientieren sich daran und übernehmen Verhaltensweisen. Wenn Mitarbeitende im Kontakt Wertschätzung und angemessene Ansprache zeigen und persönliche Grenzen wahren, wirkt sich dies auch auf das Miteinander von Kindern und Jugendlichen aus. Das gilt auch für den Kontakt zwischen Kolleg*innen sowie zwischen Leitungskräften und Mitarbeitenden.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Grenzverletzungen begegnen, Handlungsalternativen entwickeln</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Grenzverletzendes Verhalten zu zeigen kann zur Lebenswelt junger Menschen gehören. Dies kann unterschiedliche Hintergründe haben, z.B. weil sie sich damit von Erwachsenen abgrenzen wollen. Je nach Kontext bedarf es einer individuellen pädagogischen Bearbeitung durch Mitarbeitende.</p>
<p>Zum Beispiel kann sexistischer oder homofeindlicher Rap, der teilweise von Jugendlichen gehört wird, ein lebensweltbezogener Anlass sein, um über Grenzen, Grenzverletzungen oder Gewalt in der Peer-Group zu sprechen. Gibt es musikalische Alternativen, die Jugendlichen angeboten werden können? Möglicherweise können dadurch Impulse gesetzt werden, das eigene Verhalten zu überdenken und ein besseres Verständnis bei jungen Menschen zu erzeugen, warum Grenzachtung so bedeutsam ist. Auch Bildungsangebote zu dem Thema sind denkbar.  Ebenso sind weitergehende Bildungsangebote mit Lebensweltbezug möglich.</p>
<p>Dieser Aspekt ist eng verwoben mit der oben erwähnten Gestaltung von Atmosphäre. Ein niedrigschwelliges Eingreifen bei Grenzverletzungen kann ein Schutzfaktor gegenüber der Entwicklung sexualisierter Gewaltdynamiken in der Einrichtung sein.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Signale setzen – Intervention ist Prävention</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Das Einschreiten von Verantwortlichen bei Übergriffen und Gewalt gegen junge Menschen ist unerlässlich, um den Schutz der Betroffenen wiederherzustellen.</p>
<p>Das Intervenieren hat aber auch einen präventiven Charakter. Es zeigt jungen Menschen, dass Grenzverletzungen und Gewalt innerhalb der Einrichtung durch die Fachkräfte ernst genommen und bearbeitet werden. Dies hat eine doppelte Signalwirkung: Potentiell Betroffene sehen, dass sie im Bedarfsfall Hilfe und Unterstützung erhalten. Potentiell übergriffige Personen sehen, dass ein solches Verhalten keinen Platz hat. Dies kann das Sicherheitsgefühl junger Menschen stärken.</p>
<p>Wichtig ist, dass eine Intervention der Situation angemessen ist. Der parteiliche Betroffenenschutz ist unbedingt prioritär. Gegenüber übergriffigen Kindern und Jugendlichen besteht gleichzeitig eine pädagogische Verantwortung. In jedem Fall empfiehlt sich die Unterstützung durch eine spezialisierte Fachberatungsstelle, um fachgerecht intervenieren zu können.</p>

		</div>
	</div>
                        <a href="/hilfe-finden/#Beratung" target="_blank"                class="psg25-button psg25-button-petrol psg25-button_component"
                aria-label="Hier finden Sie eine Fachberatungsstelle in Ihrer Nähe">Hier finden Sie eine Fachberatungsstelle in Ihrer Nähe</a>
                
    <div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div></div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Nachsorge ist Prävention – Angebote (auch) für übergriffige Kinder und Jugendliche</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Von Gewalt und Übergriffen betroffene junge Menschen brauchen Unterstützung, mitunter auch durch professionelle Instanzen wie spezialisierte Fachberatungsstellen.</p>
<p>Für übergriffiges oder gewaltvolles Handeln junger Menschen gibt es einen individuellen Grund und es bedarf in jedem Fall einer professionellen Abklärung. Möglicherweise braucht der übergriffige junge Mensch therapeutische Unterstützung, um das Verhalten zu bearbeiten. Eine Einrichtung kann Sorgeverantwortliche bei der Suche nach einem entsprechenden Angebot unterstützen.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><h2 class="psg25-component_headline h4 headline-black ">Achtsame Einrichtungskultur durch Rechte- und Schutzkonzepte etablieren</h2>
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element" >
		<div class="wpb_wrapper">
			<p>Die oben genannten Möglichkeiten sind konkrete Beispiele für Schutzmaßnahmen gegen Gewalt und Übergriffe durch junge Menschen. Für Einrichtungen und Organisationen empfiehlt es sich, Maßnahmen in einem Rechte- und Schutzkonzept zusammenzufassen, um den Schutz und die Rechte junger Menschen langfristig in der pädagogischen Praxis zu verankern.</p>

		</div>
	</div>
                        <a href="/rechte-und-schutzkonzepte/" target="_blank"                class="psg25-button psg25-button-petrol psg25-button_component"
                aria-label="Hier klicken für Infos zu Schutzkonzepten">Informationen zu Schutzkonzepten</a>
                
    <div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div></div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
    
    <div class="psg25-content_borderedbox psg-row ">
        
            
            <div class="psg25-content_borderedbox-item  psg-col-12 ">
                <div class="psg-border psg-border_petrol" style="">
                    <div class=" psg25-content_borderedbox-item_inner">

                                                    <p class="headline">
                                Die richtige Haltung                            </p>
                        
                                                    <div class="text">
                                <p>Kindern und Jugendlichen fällt es leichter sich zu öffnen, wenn sie in ihrer Einrichtung eine Atmosphäre vorfinden, in der der Themenbereich „Grenzverletzungen, Sexualität und sexualisierte Gewalt“ kein Tabu ist und in der darüber gesprochen wird.<br />
Unabhängig davon, ob Betroffene über ihre Erfahrungen berichten oder ob wir als Fachkräfte Grenzverletzungen beobachtet haben: Wichtig ist eine fachliche Haltung des Hinschauens, des Hinhörens und eine klare Positionierung gegen Gewalt.<br />
In einer Einrichtung, in der eine Kultur der Achtsamkeit gepflegt wird, in der es eine Bereitschaft gibt aufmerksam zu sein und wahrzunehmen, werden sich Kinder und Jugendliche eher anvertrauen</p>
                            </div>
                        
                    </div>
                </div>


            </div>
            </div>



    </div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid small-width small-width-centered"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><div class="vc_empty_space"   style="height: 32px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div>                        <a href="https://psg.nrw/uebergriffe-erkennen/"                 class="psg25-button psg25-button-gray-light psg25-button_component"
                aria-label="Weiter zur Einschätzung von Übergriffen">Weiter zur Einschätzung von Übergriffen</a>
                
    </div></div></div></div><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"></div></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
